WM in Paris:Baum schlägt Ovtcharov im Achtelfinale
Morgen greift Patti nach einer Medaille

Die Viertelfinalisten der Weltmeisterschaften in Paris stehen fest – und DONIC-Star Patrick Baum ist dabei! Mit einer äußerst beeindruckenden Leistung rang er im Kampf zweier DONIC-Stars seinen Freund Dimitrij Ovtcharov mit 4:1 (9,-9,10,9,2) nieder und fordert morgen um 14 h im Palais Omnisports in Paris Weltmeister und Olympiasieger Zhang Jike heraus. Der 25-Jährige ist einer von fünf Chinesen, die die Runde der besten acht erreicht haben – gemeinsam mit zwei Deutschen und einem Japaner.
„Patti war heute in den entscheidenden Momenten ein bisschen klarer im Kopf”, attestierte der unglückliche Verlierer Ovtcharov, „ich war zu nervös.” In den ersten vier Sätzen hatte es jeweils 9:9 gestanden, doch drei davon gewann Baum. Und er erklärte anschließend: „Ich habe mir eine ganz gute Taktik zurechtgelegt und hatte auch noch Selbstvertrauen von unserer letzten Partie in der Champions League, wo ich gegen ihn gewonnen hatte.”
Zunächst sah es allerdings anders aus. Anfangs nahm Dima Ovtcharov das Heft fest in die Hand. Beide begannen äußerst aggressiv, Dima zog die ersten Aufschläge Pattis sofort an, dieser versuchte, die Topspins mit seiner Rückhand abzuschießen. Zunächst gelang Ovtcharov alles, er zog mit 6:0 und 7:1 davon. Doch Baum holte Punkt um Punkt auf, und als es nur noch 8:7 stand, nahm Dima sein Time-out. Tatsächlich hatte Patti Baum beim Punktgewinn vom 6:8 zum 7:8 erstmals die Stille durchbrochen und einen verzogenen Vorhand-Topspin seines Gegenübers bejubelt. Prompt antwortete auch der ein Jahr jüngere Ovtcharov mit einem Jubelruf, als er den nächsten Punkt mit einem Vorhand-Topspin machte. Doch aus dem 9:7 wurde noch ein 9:11, denn nun traf Baum alles.
Ovtcharov schüttelte das ab und startete wieder extrem gut. Mit 6:1 erspielte er sich erneut einen komfortablen Vorsprung – doch wieder kam Patti zurück. Gedankenschnell blockte er immer wieder die knallharten Topspins seines Freundes – hier zeigte sich deutlich, wie oft die beiden miteinander trainiert haben und wie genau Baum weiß, wohin Ovtcharov zieht. Bei 8:8 hatte er Dima erneut gestellt. Auf den hochgeworfenen Vorhandaufschlag seines Freundes, eine weltweit gefürchtete Waffe, riskierte Baum mit der Rückhand einen aggressiven Topspin überm Tisch – und traf zur 9:8-Führung die Kante. Dann aber kam Dima zurück: Einen fantastischen Ballwechsel schloss er mit einem knallharten Rückhand-Topspin ab, ein weiterer Topspin brachte den ersten Satzball, und als Baum den Ball ins Netz flippte, hatte nun auch Dima keine Hemmungen mehr, das 11:9 zu bejubeln.
Und so ging es munter weiter. Auch im dritten Durchgang stand es 9:9, Dima erarbeitete sich auch einen Satzball, konnte diesen aber nicht nutzen. 10:12.
Im vierten Satz wieder 9:9, diesmal nach 9:7-Führung Baums. Doch wieder hatte Patti das bessere Ende. Und mit dem 3:1-Satzvorsprung im Rücken spielte er traumwandlerisch sicher, traf nun aber auch jeden Ball und beherrschte den vermeintlichen Favoriten Ovtcharov mit 11:2.
„Wenn so ein Satz wie der erste nach einer 7:1-Führung noch weggeht, ist es schwer”, kommentierte Dima anschließend kopfschüttelnd. Patti hingegen zeigte auch im Moment seines großen Triumphes, was echte Freundschaft ist. Als die beiden sich nach dem Matchball kurz umarmten, raunte er seinem jahrelangen Weggefährten zu: „Tut mir leid.”
Außer Baum ist für den Deutschen Tischtennis-Bund auch Timo Boll noch im Rennen. Der 32-Jährige behauptete sich gegen Seiya Kishikawa (Japan) in überzeugender Manier mit 4:0 und spielt morgen gegen den Weltranglisten-Zweiten Ma Long. Xu Xin, die Nummer eins der Welt, spielt gegen den Japaner Kenta Matsudeira, der im Achtelfinale in einem begeisternden Match Vladimir Samsonov mit 4:3 niederkämpfte. Und der Weltranglisten-Dritte Wang Hao (China) bekommt es mit seinem Landsmann Yan An zu tun.
Für den DTTB ist dies ein Novum. Noch nie erreichten zwei deutsche Männer das Einzel-Viertelfinale einer WM. DONIC-Star Patti gibt sich damit aber keineswegs zufrieden. Schon gestern, nach seinem erstmaligen Einzug ins Achtelfinale, hatte er erklärt, das würde ihm noch nichts bedeuten. „Große Gefühle kommen bei mir erst bei einem Medaillengewinn auf.” Natürlich strahlte er heute nach seinem Sieg, bekräftigte diese Haltung aber erneut. „Dafür kann ich mir noch nichts kaufen. Gegen Zhang Jike wird es sicher sehr schwer, aber ich bin froh, dass ich die Chance habe, jetzt um eine Medaille zu spielen.”
Sollte Baum die Überraschung gelingen, Zhang Jike auszuschalten, so träfe er im Halbfinale wohl auf Xu Xin. Doch bis dahin ist der Weg noch weit…
WM in Paris
Nun kommt es zum Bruderkampf

Wie ist das, gegen seinen besten Freund spielen zu müssen? Und das auch noch im Achtelfinale der Weltmeisterschaften?
Die DONIC-Stars Patrick Baum und Dimitrij Ovtcharov werden es heute Abend erfahren, denn um 21:45 h treten sie im Palais Omnisports in Paris gegeneinander an.
„Von meiner Seite aus ist es ein ganz schweres Spiel gegen Patti”, sagt Dima, und das ist keine falsche Bescheidenheit. „Wir sind die beiden in der Nationalmannschaft, die am öftesten gegeneinander spielen und am meisten miteinander trainiert haben. Schließlich kennen wir uns, seit wir zehn Jahre alt sind.”
Schon seit frühester Schülerzeit sind die beiden Seite an Seite in Richtung Spitze marschiert, und seit jener Zeit schon sind sie auch so eng befreundet, fast wie ein Brüderpaar. Patrick Baum bestätigt: „In der Nationalmannschaft haben wahrscheinlich wir die meisten Trainingsmatches gegeneinander gemacht.” Und rasch fügt er an: „Dima ist natürlich Favorit.”
Ovtcharov Favorit? Obwohl sich die beiden in- und auswendig kennen, jeden Spielzug, jeden Aufschlag, jeden Laufweg? „Im Training gewinnt er 70 bis 80 Prozent der Spiele”, erklärt Patti, „deshalb ist er der Favorit.”
Das lässt Dimitrij Ovtcharov so nicht stehen. „Das letzte Mal, das wir ein offizielles Spiel auf internationaler Ebene gegeneinander bestritten haben, war in der Champions League”, erinnert er sich. „Damals hat Patti gewonnen.”
Ein paar Nachteile scheint es in der Tat für Ovtcharov, den nominell stärkeren Spieler, zu geben. Zum einen liegt ihm die späte Anfangszeit von 21:45 h nicht. Dima ist Frühaufsteher und spielt am liebsten morgens. Zum anderen lebt Ovtcharovs Spiel zum Teil von einem Schuss Aggressivität, die er auch in der Box auslebt. Die geballte Faust und der Jubelruf gehören da selbstverständlich dazu, doch gegen seinen Freund Patti dürfte er beträchtliche Hemmungen haben, so aufzutreten.
Wie auch immer es ausgeht, es gewinnt jedenfalls ein DONIC-Star, der ins Viertelfinale der WM einziehen und dort voraussichtlich auf Weltmeister und Olympiasieger Zhang Jike treffen wird.
Mit Timo Boll hat noch ein zweiter Deutscher die Chance, den Sprung unter die besten acht Männer zu schaffen. Boll spielt heute Abend um 19:45 h gegen den Japaner Seiya Kishikawa.
WM in Paris
Auch Patti Baum schafft den Sprung unter die besten 16!

Die DONIC-Stars marschieren für Deutschland voran. Nach Dimitrij Ovtcharov hat auch Patrick Baum das Achtelfinale der WM in Paris erreicht, und morgen spielen die beiden Freunde gegeneinander.
„Es war ein hartes, schweres Spiel”, kommentierte der Linkshänder nach seinem 4:2 (-11,9,7,11,-7,6)-Erfolg über Emmanuel Lebesson. Der letzte im Turnier verbliebene Franzose verlangte Patti alles ab, setzte ihn im Aufschlag-Rückschlag-Spiel enorm unter Druck und attackierte immer wieder gefährlich mit harten Vorhand-Topspins. Doch Baum hielt dagegen und behielt die Nerven, auch, als es kritisch wurde. „Patti hat seine Aufschläge nachher mit mehr Schnittwechsel gespielt und besser platziert”, erklärte der Co-Trainer der DTTB-Herren, Zhu Xiaoyong, der Baum schon seit Jahren coacht. „Und vor allem hat er den ersten Ball aggressiver gespielt, mit mehr Rotation.”
Ein ums andere Mal erwischte der DONIC-Star so seinen Gegner und platzierte Lebesson immer wieder mit parallelen Rückhand-Topspins aus. Die 6000 Fans im Palais Omnisports, größtenteils natürlich Franzosen, wurden rasch ruhiger und witterten erst wieder Morgenluft, als ihr Mann sich im fünften Satz ab 6:6 absetzen konnte, weil eine Unterbrechung Baum kurz aus dem Spielrhythmus gebracht hatte und er so rasch vier Punkte in Folge verlor. Die elektronischen Zähltafeln waren ausgefallen, und zu allem Überfluss erlaubte die Schiedsrichterin Patti nicht mehr, sein Handtuch an der gewohnten Stelle abzulegen. „Mein ganzes Leben lang darf ich mein Handtuch auf die linke Seite tun, nur jetzt plötzlich nicht mehr. Das ist für mich unverständlich”, erklärte er kopfschüttelnd.
Doch Patrick Baum fing sich und schaffte erstmals in seiner Laufbahn den Sprung ins Achtelfinale der WM. Vielleicht ist sogar morgen noch mehr für ihn drin, doch fest steht: Ein DONIC-Star wird das WM-Viertelfinale erreichen – Dima Ovtcharov oder Patti Baum.
WM in Paris
Dima steht im Achtelfinale!

Es war ein harter Kampf, aber gerade das ist Dimitrij Ovtcharovs Spezialität. Mit 4:2 (-9,7,-10,3,4,3) behauptete sich der DONIC-Star in der 3. Runde der Weltmeisterschaften in Paris gegen Tang Peng und zog damit ins Achtelfinale ein – noch vor seinen Nationalmannschaftskollegen und Freunden Patrick Baum und Timo Boll, den anderen beiden noch im Turnier befindlichen Deutschen, die erst im weiteren Verlauf des Abends um den Einzug in diese Runde kämpfen werden.
Wenn auch Baum seine Aufgabe gegen den Franzosen Emmanuel Lebesson lösen sollte, käme es unter den besten 16 zum Kampf zweier DONIC-Stars, denn dann würden die Freunde DIma und Patti gegeneinander antreten.
Ovtcharov zumindest zeigte sich heute gut gerüstet. Immer wieder setzte er den Hongkong-Chinesen Tang Peng mit knallharten Topspins unter Druck und parierte auch dessen gefürchtete Rückhand-Schüsse, und in den entscheidenden Phasen punktete DIma ein ums andere Mal mit seinem weiter verbesserten Vorhand-Aufschlag, den er sparsam, aber gezielt einsetzte: immer dann, wenn er ihn brauchte.
Der Gewinner gab sich hinterher selbstkritisch wie stets. „Spielerisch war ich sehr gut, aber im Kopf nicht so. In den Sätzen, die ich verloren habe, wollte ich am Ende die Punkte. Das darf mir in den nächsten Runden nicht passieren.”
Dass es letztlich keinen glatten Sieg für ihn gab, sah Ovtcharov aber rückblickend positiv. „Es ist schön, so enge Situationen zu erleben. Das bringt einen weiter.”
Und er nimmt auch etwas mit aus dieser Partie: „Ich passe jetzt mehr auf, kündigte Dima an.
WM in Paris
Besser geht’s nicht!

Das war mehr als überzeugend: Die DONIC-Stars Patrick Baum und Dimitrij Ovtcharov sind mit überzeugenden Vorstellungen in die 3. Runde der Weltmeisterschaften eingezogen – beide im Einzel und Baum auch noch im Doppel, in dem Ovtcharov nicht antritt. Und beide haben in ihren Einzeln nicht mal einen Satz abgegeben. Dabei waren ihre Gegner wahrlich keine Nobodies: Patti schaltete den Österreicher Werner Schlager mit 4:0 (8,6,11,6) aus, der an selber Stelle, dem Palais Omnisports in Paris, vor zehn Jahren Weltmeister geworden war, und Dima beherrschte den Kroaten Zoran Primorac beim 4:0 (8,6,6,5) sicher, der in der russischen Liga mit Ekaterinenburg Hauptrivale von Ovtcharovs Team ist, dem Champions League-Gewinner Orenburg.
„Wir kennen uns sehr gut”, erklärte der Sieger, „daher war das Spiel auch von Taktik geprägt, aber ich bin ihm einfach athletisch überlegen.” Allerdings kann kaum ein Spieler weltweit außer den Chinesen Ovtcharovs überragender Athletik vergleichbare Qualitäten entgegensetzen, der Sieger war auch spielerisch und mental absolut überzeugend: ballsicher, aufschlagstark und souverän im Spiel über dem Tisch, zudem hochkonzentriert und äußerst fokussiert.
„Ich habe ein gutes Gefühl und bin schon gut drin”, befand der 25-jährige DONIC-Star denn auch zufrieden. Aber er weiß: „Morgen wird es sehr schwer.” Sein Gegner in der Runde der besten 32 ist der Hongkong-Chinese Tang Peng. „Gegen ihn habe ich schon bei den Olympischen Spielen nur sehr knapp gewonnen”, erinnert sich Ovtcharov.
Zur selben Zeit – um 19:15 h – tritt morgen Abend Patti Baum gegen Emmanuel Lebesson an. Auch das wird eine harte Aufgabe, denn der aufschlagstarke Linkshänder wird als letzter Franzose, der noch im Turnier verblieben ist, nahezu alle Fans im Palais Omnisports hinter sich haben.
Vor seinem Sieg gegen Schlager hatte Patrick Baum an der Seite von Bastian Steger bereits zwei Runden im Doppel gewonnen. Nach einem 4:2 (6,-9,-7,8,5,11) gegen die Russen Vlacheslav Burov/Alexei Smirnov und einem 4:1 (9,11,-6,8,6) gegen Tang Peng/Wong Chun Ting spielen die beiden morgen (um13:45 h) im Achtelfinale gegen Chuang Chih-Yuang/Chen Chien-An. Die Taiwanesen haben bislang eine starke Form gezeigt und sind noch ohne Satzverlust, doch Baum/Steger starten mit der Empfehlung, bei der letzten WM das Viertelfinale erreicht zu haben. „Wir mussten uns erst ein bisschen wieder finden, denn wir haben eine Weile kein Doppel zusammen gespielt”, erklärte Baum. Dabei hatten sie anders als die Taiwanesen auch von Anfang an starke Gegner. „Wenn man gewinnt, ist es natürlich gut, so gefordert worden zu sein”, sagt Patti. Vielleicht hilft das ja auch morgen im Achtelfinale.
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